Kolikempfindliche Pferde auf der Weide
Autorin – Dr. Anneke Hallebeek
Auch kolikanfälligen Pferden sollte man das Spielen und Grasen auf der Weide ermöglichen. Ob dies möglich ist, hängt von der Ursache der Kolik und den Auswirkungen eines angepassten Fütterungsmanagements und einer angepassten Futterration ab. Für alle Pferde gilt, dass die ersten Schritte auf der Weide eine sorgfältige Planung erfordern. Hast du die Pferde bereits auf die Weide gebracht oder wartest du noch? Vielleicht lässt du den ersten Schnitt mähen oder hast die Weide noch einmal gedüngt.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um die Pferde auf die Weide zu lassen?
Wenn es nach den Pferden ginge, würde es sofort losgehen. Sie können es kaum erwarten, Gras zu fressen. Das Heu schmeckt ihnen nicht mehr so gut und sie fressen es nur noch widerwillig. Sie riechen das frische Gras. Vielleicht solltest du erst einmal diesen Artikel lesen und einen Plan machen.
Risiko für Hufrehe und Kolik
Für ein sicheres und praktisches Weidesystem sind einige Überlegungen anzustellen. Das Risiko für Hufrehe oder Koliken muss so gering wie möglich sein. Außerdem dürfen die Pferde nicht übergewichtig werden. Man möchte eine zu hohe Sandaufnahme vermeiden und das Gras nicht zu kurz abgrasen lassen. All diese Anforderungen sowie die damit verbundene tägliche Arbeit machen den Weidegang für Pferde nicht gerade einfach.
Weidehaltung für Pferde ist eine individuelle Angelegenheit
Jede Situation ist anders, daher ist das Weidesystem immer maßgeschneidert. Außerdem ist man vom Wetter und vom Graswachstum abhängig.
Die Fläche der Weide muss der Anzahl der Pferde entsprechen. Wenn man nur wenige Pferde auf einer sehr großen Weide weiden lässt, fressen sie vor allem die leckeren, zarten Teile und lassen die Stängel stehen. Dadurch nehmen sie viel Energie und Eiweiß, aber wenig Ballaststoffe zu sich. Dies kann sich auf die Darmflora auswirken und zu Koliken oder Durchfall führen sowie leichter zu Übergewicht führen. Letztendlich wird das Gras an manchen Stellen sehr hoch wachsen, während es an anderen Stellen komplett abgefressen ist. Oft wächst später Unkraut an den kahlen Stellen.
Indem man die Pferde auf einen kleineren Teil der Weide lässt, zwingt man sie dazu, auch die Halme zu fressen. Das Gras wird gleichmäßiger abgegrast. Allerdings musst du die Pferde rechtzeitig auf eine andere Weide bringen, um Überweidung zu vermeiden. Bringe die Pferde auf eine andere Weide, wenn noch etwa 5 Zentimeter Gras übrig sind. Dann kann sich das Gras leichter erholen und nachwachsen. Dies kannst du auch bei der Streifenweide anwenden. Für Pferde, die schnell zu dick werden, ist eine Weidemaske sinnvoll.
Führen Sie den #BCScheck weiterhin durch
Schauen Sie unbedingt weiter zu! Behalten Sie den Body Condition Score der Pferde im Auge. Achten Sie aber auch auf die Grasnarbe. Die Kondition des Pferdes einzuschränken, indem man es auf eine abgegraste Weide stellt, ist ein Rezept für Probleme. Die Aufnahme von Sand und ein Mangel an Ballaststoffen sind die Hauptursachen für Koliken. Die Lösung zur Vermeidung von Übergewicht liegt in einer Einschränkung des Weidegangs und mehr Bewegung.
Pferde, die zu Koliken neigen
Pferde, die anfällig für Koliken und Hufrehe sind, benötigen beim Weidegang besondere Aufmerksamkeit. Für wiederkehrende Koliken gibt es mehrere mögliche Ursachen. Health & Performance bietet zwei Futtermittel für verschiedene Ursachen von Koliken an: HP Colon und HP Motility. Weidegang ist möglich, unterliegt jedoch Einschränkungen.
Regelmäßige Gaskolik
Pferde, die HP Colon , reagieren empfindlich auf Veränderungen der Darmflora. Im Fütterungsplan wird empfohlen, dass Weidegang zunächst nicht Teil der Ration sein sollte. Dies dient dazu, der Darmflora Zeit zu geben, sich wieder zu stabilisieren. Im Laufe der Zeit und bei Besserung der Beschwerden ist Weidegang möglich. Vorausgesetzt, Heu macht, in Trockenmasse, mindestens 50 % der Futteraufnahme aus. Der Fütterungsratgeber gibt an, wie das Verhältnis zwischen Weidegang und Heu aussehen kann. Bei ausreichendem Grasangebot auf der Weide sind nur wenige Stunden Weidegang möglich. Natürlich kann davon abgewichen werden, wenn die Gesundheit und die Kondition des Pferdes dies zulassen.
Ein Pony mit einer Größe von 1,48 m wiegt 475 kg und verrichtet leichte Arbeit. Aufgrund wiederholter Koliken in der Vergangenheit erhält das Pony eine Ration mit HP Colon. Die Ration besteht aus gut 7–7,5 kg Heu und 1,9 kg HP Colon. HP Colon die Zusammensetzung der Darmflora. Es ist daher mengenmäßig nicht mit Kraftfutter vergleichbar, sondern eine Ergänzung zum Raufutter. Gemäß dem Plan kann das Pony zwei Stunden Weidegang erhalten, allerdings muss dann die Heumenge um 50 % reduziert werden. Mit anderen Worten: Die Fütterung, einschließlich des Weidegangs, muss so angepasst werden, dass das Pony die 3,5–4 kg Raufutter in Portionen erhält und zwischendurch nicht länger als etwa 6 Stunden ohne Futter auskommen muss.
Regelmäßige Verstopfungskoliken
Für Pferde, die HP Motility , kann der Weidegang sogar dazu beitragen, die Situation zu verbessern. Die Ursache für Koliken liegt in einer verlangsamten Darmpassage. Gras ist feuchtigkeitsreich und enthält relativ schnell fermentierbare Ballaststoffe, was die Durchflussgeschwindigkeit im Darm verbessert. Daher HP Motility der Fütterungsplan für Weidegang bei HP Motility von dem bei HP Colon. Um die positiven Eigenschaften von HP Motility den Nährstoffreichtum des Grases zu erhalten, ist eine Einschränkung des Weidegangs erforderlich, damit das Pferd in Form und gesund bleibt.
Ergänzung zum Weidegang bei HP Colon HP Motility
Angenommen, das oben genannte Pony benötigt eine Ernährung mit HP Motility, dann kann die Weidezeit auf bis zu 4 Stunden pro Tag erhöht werden. Das bedeutet allerdings, dass die Heumenge zusätzlich zur Portion HP Motility auf etwa ein halbes Kilogramm pro Tag reduziert werden muss. Der Weidegang sollte daher besser auf zwei oder drei Mal pro Tag aufgeteilt werden, um einen verantwortungsvollen Fütterungsplan einzuhalten. Auch dies hängt natürlich stark vom Gesundheitszustand und der Kondition des Pferdes ab. Wenn zwischendurch mehr Heu möglich ist, ist das natürlich besser und einfacher.
Übergewichtige Pferde
Für übergewichtige Pferde bleibt der Weidegang ein heikles Thema. Die Grasaufnahme und damit die Energie, die das Pferd in kurzer Zeit zu sich nehmen kann, steht natürlich im Widerspruch zu der Notwendigkeit, weniger Energie aufzunehmen. Zudem kann der Zucker im Gras zu Hufrehe führen. Daher sollte auf Weidegang verzichtet werden, bis das Pferd wieder in einer gesunden Verfassung ist.
Gras ist kein vollwertiges Futter
Denken Sie abschließend noch an Folgendes: Gras ist ebenso wie Heu und Silage keine vollwertige Ration für das Pferd. Erhält das Pferd kein oder nur wenig Kraftfutter, ist auch bei Weidegang ein Leckstein sowie ein Ergänzungsfuttermittel erforderlich.



